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gezeichnet hatte er ſie wie oft ſchon! aber ganz heimlich und es keinem gezeigt. Ein italieniſcher Tabuletkrämer hatte ihm ſchwarze Kreide und einige Bleiſtifte geſchenkt. Dieſe Schätze wurden für Apollonias Bild verwendet. Höchſtens brauchte er ſie, wenn er eine Zeichnung machen mußte, für die er gewiß war etwas Geld zu verdienen. Zu einer ſolchen Höhe war ſein Ruf ſchon geſtiegen, und er ſann wol darauf etwas Geld zu ſammeln, denn im Hintergrund ſeiner Seele lag, wie hinter fernem Gebirg, Apollonia, oder Italien— viel⸗ leicht Beides.
Apollonia war nicht Braut und hieß nicht„die Schöne“ wie Trautel hieß; daher war ſie ſchüchtern und zaghaft dem Polydor gegenüber, der ſie mit ſeinen feurigen ſchwarzen Au⸗ gen immer nur verſtohlen anſah,— denn das hatte ſie trotz ihrer Schüchternheit doch bemerkt. Mit einiger Ueberwin⸗ dung alſo trug ſie ihm eines Tages ihre Bitte vor: er möge doch ihre Schutzheilige für ſie malen; ſie wolle dann das Bild über ihrem Bett aufhängen und Morgens und Abends zu ihr beten. Er verſprach es freudig.
Nach einiger Zeit war Apollonia eines Abends im Wein⸗ berg, als Polydor hinaufſtieg und ihr ein blaues Papier reichte. Sie nahm es, und erkannte die heilige Apollonia, in ſchwarzer und weißer Kreide lebendig von dem blauen Hintergrund hervorgehoben, aber— mit ihren eigenen Zü⸗ gen. Sie ſchwieg vor Freude und Verlegenheit, und wen⸗ dete beſchämt ihren Kopf von ihm ab. Ihr weiches Profil zeichnete ſich lieblich auf dem goldnen Abendhimmel, und der Wind wehte ihr Haar über die Stirn, daß ſie wie verſchleiert war. Da bog ſich Polhydor raſch zu ihr und küßte ganz flüchtig ihre Wange, und in demſelben Augenblick packte ein


