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Ilda Schönholm / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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Bald verbreitete es ſich unter den jungen Mädchen, daß Polydor ſich für jedes Bild einen Kuß geben laſſe, und die Anfoderungen än ſeine Kunſt wurden nicht dadurch vermin⸗ dert. Die Bilder waren ſo hübſch und Polydor war auch ſo hübſch.

Indeſſen bat er ſich nur von ſchönen Mädchen ſeinen Lohn aus. Häßliche zeichnete er umſonſt, und weiß der Himmel wie es zuging! ſie waren nie mit dem Bilde zu⸗ frieden. 3

Der Vater fand, Polhdor ſei alt genug ſich ſein Brod ſelbſt zu verdienen, und er verdingte ſich als Knecht bei einem Gaſtwirth einige Stunden ſüdwärts von Botzen auf der Straße von Trident. Alle Fuhrleute, die aus Italien ka⸗

men, auch geringe Handelsleute kehrten dort ein, und Poly⸗ dor hörte ihren Erzählungen von Italien mit großen Augen und offenem Munde zu. Sein Talent fand auch hier Bei⸗ fall. Wie oft ſagten ihm die Italiener, er müſſe in ihr Va⸗ terland gehen und ſehen, was man dort für Bilder in Far⸗ ben male und in Stein haue! Dann ſeufzte Polydor; und es war nicht der Wunſch allein dieſe geprieſenen Herrlichkei⸗ ten in Augenſchein zu nehmen, was ihm dieſen Seufzer aus⸗ preßte..

Der Gaſtwirth hatte ein einziges Kind, Apollonia, de⸗ ren Lieblichkeit nicht wie Trautel ſeine Augen ſondern ſein ganzes Herz erfreute. Daher hatte er auch noch nie ſie ſo ſtarr, wie einſt jene angeſchaut. Aber er wußte darum doch genau, wie ſie ausſah, wie ſie die Augen ſo lieblich aufſchlug, wie ſie erröthete, wenn ein Fremder und freund⸗ lich lächelte, wenn ein Bekannter ſie anſprach. Er hatte nie ſie angeſprochen. Was hätte er ihr auch ſagen ſollen? allein