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Ich bleibe unter allen Umſtänden Ihre Freundin, die immer ein Aſyl für Sie haben wird.“
Er küßte demüthig ihre Hand, ſtand auf und ſprach mit feuchten, verklärten Augen:
„Sie ſind wie eine Gottheit in mein dunkles Daſein getreten. Seit ich Sie kenne, iſt mir das Leben eine Luſt, ſeit ich mit Ihnen zuſammen geweſen bin, eine Wonne ge⸗ weſen. Das iſt das Himmliſchſte was ein Menſch dem An⸗ dern geben kann, und das haben Sie mir gegeben. Wenn die Welt Sie verwundet, wenn die Freunde Sie kränken, wenn das Liebſte Sie betrübt— ſo denken Sie an Ihren armen Polydor, der Sie ſegnet, und das wird Ihnen ein Balſamtropfen ſein.“.
Er drückte nochmals ihre Hand an ſeine Lippen, ſeine Stirn, und verſchwand..
Ilda war nun allein, und fühlte ſich ſehr einſam. Sie hatte Polydor lieb wie ihren Schützling, ihr Pflegekind, und die Künſtlerſeelen Beider hätten ſich zuſammen gefunden auch ohne jene Beziehungen.
Polhdor war der Sohn armer Landleute bei Botzen. Von früheſter Jugend an mußte er viel arbeiten, in den Weinbergen, auf den Feldern, im Hauſe, und dann, ſtatt auszuruhen, eine Schaar jüngerer Geſchwiſter warten. Aber er that Alles willig, wenn er nur an Sonn⸗ und Feſttagen aus Lehm allerlei Thiere kneten durfte, oder Soldaten mit Gewehr, und hübſche Mädchen mit Blumenſtrauß und Ge⸗ betbuch, in weißer Kreide an braune Thüren und Schränke und Wände zeichnen durfte.
Niccht blos ſeine Geſchwiſter und Spielkameraden, ſon⸗ dern auch die Nachbarn bewunderten ſeine Kunſtfertigkeit.


