„Aber mir werden Sie oft und viel ſchreiben, nicht wahr?“
„Wie's kommt! vorher verſprechen kann ich nichts, weil ich nicht weiß ob ich's halten kann.“ 3
„Sie müſſen doch wiſſen was Sie thun werden?“
„Nein; denn ich weiß nicht was mir begegnen wird.“
„Alſo wär' es möglich, daß Sie mich über einen an⸗ dern Gegenſtand oder eine neue Idee total vergäßen?“
„Nein; aber in den Hintergrund können Sie allerdings geſtellt werden.“
„Frau Gräfin, Sie ſind von einer deſolanten Aufrich⸗ tigkeit.“
„Wenn Sie wahr ſein wollen, ſo fühlen Sie ganz daſſelbe.“ 4 „Möglich; aber ich ſag' es Ihnen nicht.“
„Ich aber ſag' es Ihnen abſichtlich, damit Sie Sich nicht etwa jugendlich einbildeten, Sie wären mir lieber, als Sie es wirklich ſind.“
„Gräfin, warum ſagen Sie mir ſo harte Dinge?“
„Weil Sie ein Mann ſind, mein armer, guter Polydor, folglich ein wenig eitel und ſelbſtvertrauend. In jedem Ver⸗ hältniß zwiſchen Frauen und Männern halte ich es für das Beſte, wenn beide Theile ſo genau und klar wie möglich wiſſen, was ſie einander ſind. Sonſt kommen leicht Miß⸗ verhältniſſe und Mißſtimmungen, die ſehr weh thun können.“
„Ich bewundere eine neue Vollkommenheit an Ihnen: die Verſtändigkeit.“
„Ja, mein Lieber, für Andere bin ich die Verſtändig⸗ keit und Vernunft ſelbſt“— ſagte die Gräfin lachend, und gab freundlich ihrem Gefährten die Hand. Er ſchüttelte ſie


