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Ilda Schönholm / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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mal recht nahe an das Bild des Glücks heranzutreten. Mich hat es immer in tiefſter Seele erquickt. Mein Vetter iſt ein durch und durch tüchtiger Menſch, vom Scheitel zur Sohle nicht blos Edelmann, ſondern von Adel, tadellos in jedem Verhältniß, glücklicher Gatte und Vater, mein Stolz und meine Freude.

3Sie lieben ſehr den Grafen Ohlau.

Wie meinen Vetter und Freund, d. h. wir ſind uns gegenſeitig von Herzen gut und zählen in Noth und Trübſal auf einander. Uebrigens aber bin ich ihm etwas zu genial, wie er es artiger Weiſe nennt; denn ich glaube es ſoll hei⸗ ßen excentriſch. Wir ſind oft in kleine Fehden verwickelt, allein die ſtören uns nicht. Mir iſt doch ſtets bei ihm zu Muth, als ob ich die Zweige einer Eiche über mir rauſchen hörte, und er betrachtet mich mit verwunderten, freundlichen Augen, wie irgend ein buntes, ſtachlichtes Tropengewächs in ſeinem Garten. Und ſeine Frau! o dies holdſelige Weſen würde Sie entzücken. Ich begreife nicht, wie irgend ein Mann ſie erblicken und nicht von ihr hingeriſſen ſein kann. Zum Glück lebt Askanio immer auf ſeinem Schloß; dieſe dunkeln, zauberhaften Augen würden viel Unheil in der Män⸗ nerwelt ſtiften.

Meinen Sie, daß man ſich auf dem Lande nicht in eine ſchöne Frau verlieben könne?

O a, aber man ſieht ſich nicht ſo viel; in der Stadt hingegen täglich, wenn man will. Uebrigens iſt mein Vetter

dieſen Winter hindurch mit ſeiner ganzen Familie in der Re⸗

ſidenz geweſen. Wie es ihnen gefallen hat, weiß ich nicht. Ondine hat mir nur einmal geſchrieben, wir correſpondiren nicht eifrig.