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Aum folgenden Morgen, als der Fuͤrſt ſeinen Rauſch ausgeſchlafen hatte, fragte er nach Guͤlruch. Man antwortete ihm:
„Herr, du haſt dem Scharfrichter befohlen, ſie zu enthaupten. Er hat dir gehorcht, und darnach den Kopf ſammt dem Rumpfe in den Strom geworfen.“
Bei dieſen Worten zerriß der Koͤnig ſein Kleid von oben bis unten, und ſtieß ein lautes Geſchrei und Ge⸗ heul aus. Es gereute ihn, daß er ſich von der erſten Aufwallung ſeines Zorns hatte hinreißen laßen, und er zog ſich in die Einſamkeit zuruͤck, um ſeinem Schmerze ungeſtoͤrt nachzuhangen.
Der Veſyr, Guͤlruchs Vater, kam ihn zu beſu⸗ chen. Bei ſeinem Anblicke fuͤhlte der Koͤnig ſeinen Schmerz verdoppelt, und rief aus:
„Ach, Veſyr! was habe ich gethan! deine Tochter, deine ungluͤckliche Tochter...“
Mehr konnte er nicht ſprechen vor Schluchzen und Weinen. Der Veſyr ſeufzte ebenfalls und vergoß Thraͤ⸗ nen; darnach ging er wieder weg.
Kutbeddin that zween Monate lang nichts als Seufzen und ſich haͤrmen. Die Naͤchte brachte er hin, ohne ein Auge zu ſchließen, und wiederholte unaufhoͤrlich:
„O mein Gott, gib mir den Tod! das Leben iſt mir unertraͤglich, nachdem ich meine liebe Guͤlruch ver⸗ loren habe.“.


