Der Santon Barßißa.⸗ 3e1
jammerlich zu wehklagen. Darnach verſammelte er alle ſeine Geſetzkundigen, legte ihnen das Verbrechen des Santons vor, und fragte ſie, auf welche Weiſe der⸗ ſelbe beſtraft werden muͤßte. Alle erkannten einſtimmig auf den Tod, ſo daß der Koͤnig befahl, ihn zu henken. Es wurde ein Galgen errichtet, der Einſiedler beſtieg die Leiter, und als er ſchon ſollte hinab geſtoßen wer⸗ den, nahte ſich ihm der Teufel nochmals und fluͤſterte ihm zu:
„O Santon! wenn du mich anbeteſt, ſo will ich dich aus dieſer Gefahr befreien und dich zweitauſend Meilen von hier in ein Land bringen, wo du von den Menſchen eben ſo geehrt werden ſollſt, wie du es vor
dieſem Abenteuer hier wareſt.“
„ Ich will es gern;“ ſagte Barßißa,„befreie mich, und ich will dich anbeten.“
„Gib mir zuvor ein Zeichen der Verehrung,“ fuhr der Satan fort.
Der Santon verneigte ſein Haupt vor ihm und ſprach,„ich ergebe mich dir.“
Da erhub der Teufel die Stimme und ſagte zu ihm:„O Barßißa! jetzo bin ich zufrieden: du ſtirbſt als ein Abtruͤnniger, und ich habe meinen Zweck er⸗ reicht.“
Mit dieſen Worten ſpie er ihm ins Antlitz, und verſchwand, und der unſelige Santon wurde gehenkt.


