3⁰² 679. Ta g.. Sechshundert und neun und ſiebzigſter Tag.
Herr,“ fuhr der achte Veſyr des Koͤnigs Hafikin fort,„die Sultaninn iſt dem Teufel zu vergleichen, oder vielmehr es iiſt der Teufel ſelber, der dieſe Fuͤr⸗ ſtinn plagt. Er bedient ſich ihrer, um dich zu einer ungerechten That zu verfuͤhren und dir Nachreue zu bereiten, welche die Ruhe deines Lebens ſtoͤren wird.“
Nachdem der Koͤnig einige Augenblicke nachgedacht hatte, bewilligte er dem achten Veſyr das Leben des Prinzen noch fuͤr dieſen Tag.
Als er am Abend von der Jagd heim kam, ſprach die Sultaninn, hoͤchſt erboſt gegen ſeine Veſyre, fol⸗ gendermaßen:
„Du haſt aus Gefaͤlligkeit gegen deine Veſyre den Prinzen nochmals begnadigt. O uͤber die Boͤſewichter! ich durchſchaue ihre Abſicht wohl. Eiferſuͤchtig auf das Vertrauen, welches du deiner Gattinn ſchenkeſt, Herr, ſparen ſie nichts, dich gegen ſie einzunehmen. Ich bin, wollte man ihnen Glauben beimeſſen, ein grauſames und argliſtiges Weſen; ſie dagegen wollen rechtſchaffene Maͤnner, eifrige und getreue Diener ſein, welche du nicht genug ſchaͤtzen kannſt. Gleichwohl weiß ich, daß ſie ſich dem Tode des Prinzen nur deshalb widerſetzen, weil ich ihn fordere. Nicht aus Mitleid mit ihm, oder weil ſie ihn fuͤr unſchuldig halten, ſon⸗ dern bloß, um mich fuͤhlen zu laßen, daß ihre Macht


