288 674. Tag.
„haben wir uns beide, der Moͤnch und ich, gar wohl verſtanden.“
Kaum hatte er ausgeredet, als ſich in der ganzen Verſammlung lauter Beifall vernehmen ließ; alle Veſyre bewunderten ſeinen Scharfſinn, und alle Schriftgelehrten
bekannten, trotz dem Aerger, daß ſie ſelber nicht die Gebaͤrden des Möoͤnchs verſtanden hatten, laut die Ue⸗
berlegenheit ihres Genoſſen an. Der Koͤnig ſelber war noch mehr daruͤber erfreuet; er konnte lange nicht von ſeiner Ueberraſchung wieder zu ſich kommen, und be⸗ trachtete den Gelehrten als einen unvergleichlichen Mann. Er begnügte ſich nicht, ihm große Lobeserhe⸗ bungen zu machen, er oͤffnete auch den Beutel, wel⸗ chen der Moͤnch dargebracht hatte, nahm fuͤnfhundert Goldſtuͤcke heraus, und uͤbergab ſie ihm, mit den Worten:
„Da, nimm, Doctor! weil du bewirkt haſt, daß die Chriſten mir den Karadſch entrichtet haben, ſo iſt billig, daß ich dir dafuͤr meine Erkenntlichkeit bezeige.“
Darnach ging der Sultan, noch ganz voll von
dieſem Abenteuer, zu der Koͤniginn ſeiner Gemahlinn,
und erzaͤhlte es ihr. Dieſe Fuͤrſtinn, die viel Verſtand und Scharfſinn beſaß, hörte den Koͤnig ihren Gemahl mit großer Aufmerkſamkeit an; ſobald er aber ſeine Erzaͤhlung beendigt hatte, fing ſie ſo heftig an zu la⸗ chen, daß ſie ſich die Seiten halten mußte und auf ein Sopha niederſank.


