Der Laſttraͤger. 23
den Gefangenwaͤrter, der ſich ſeiner Flucht wiederſetzen wollte; und aus Furcht, wieder in die Haͤnde ſeiner Feinde zu fallen, entfloh er in die Wuͤſte, wo er lange Zeit von Fruͤchten und Wurzeln lebte. Zuletzt gerieth er in einen Wald am Geſtade des Meeres, und ſtieg auf einen Baum, um ſicher zu ſchlafen, und ſich vor den wilden Thieren zu bewahren, die ihn haͤtten an⸗ fallen koͤnnen.
In der Nacht ſah er aus dem Meer einen ſchwar⸗ zen Stier hervor ſteigen, der entſetzlich bruͤllte und ſich dem Baume naͤherte, auf welchem er ſaß. Er be⸗ merkte dabei, daß dieſes furchtbare Thier aus ſeinem Munde einen Stein fallen ließ, welcher den ganzen Wald erleuchtete, und ihm dazu diente, die Kraͤuter zu erkennen, welche ihm am meiſten gefielen, wie der Saffran und die Hyacynthen. DOſcherberi, der von Kindheit an mit Edelſteinen vertraut war, womit ſein Vater einen ſtarken Handel getrieben hatte, zweifelte nicht, daß der Stein, welchen er hier ſah, ein echter Karfunkel waͤre, jener koſtbare und ſeltene Stein, da⸗ von er ſo oft reden gehoͤrt, ihn aber nie geſehen hatte; und geblendet von dem Glanz und der Groͤße deſſelben, ſann er, nachdem er ſich ein wenig von ſeinem Schreck erholt hatte, nur auf Mittel, ſich eines ſolchen Wun⸗ derkleinods zu bemaͤchtigen.
So bald der Tag anbrach, nahm der ſchwarze Stier den Stein wieder zu ſich, und ging ins Meer


