Der Laſttraͤger. 21
digung reichen. Hierauf hieß er jedermann hinaus gehen, und befahl ihm, allen Leuten, die ihn wegen ſeiner Verhaftung befragen wuͤrden, zu ſagen, man habe ihn fuͤr einen andern genommen. Aber vor allen Dingen befahl er ihm, auch waͤhrend der Nacht zum Gebete zu rufen, alsdann ſogleich vom Thurme herab zu ſteigen und allen Rede zu ſtehen, die ihn befragen wuͤrden, warum er zu einer ſo ungebuͤhrlichen Stunde ausrufe; und ſchaͤrfte ihm dabei ein, genau Acht zu ge⸗ ben, wer zuerſt kommen wuͤrde, ihn deshalb zu befragen.
Der Muͤeſin ging ſehr zufrieden weg, und that alles, was ihm befohlen war. Er hatte kaum in der Nacht zum Gebete gerufen, als ein junger Menſch ha⸗ ſtig zu ihm kam, und ihn fragte, warum er geſtern waͤre verhaftet worden. Der Muͤeſin antwortete bloß, daß man ihn fuͤr einen andern genommen habe.
Als man Dſcherberi dieſen Vorgang berichtet hatte, ließ er ſich den jungen Menſchen, der eine ſo große Neugier bezeigt hatte, vorfuͤhren, und ließ ihm ſo viel Streiche auf die Fußſohlen geben, bis er mit allen Umſtaͤnden bekannte, auf welche Weiſe er den Todtgefundenen ermordet hatte; er fuͤgte hinzu, daß die Furcht vor der Entdeckung ihn auf alle ungewoͤhn⸗ liche Vorgaͤnge aufmerkſam gemacht, und ihn bewogen habe, ſich zu erkundigen, warum der Muͤeſin zu einer ſo ungebuͤhrlichen Stunde zum Gebete gerufen, indem


