Teil eines Werkes 
10. Bd. (1829)
Entstehung
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Der Raͤuber in Seiſtan. 13

alle fertigen Ballen in ſein Haus tragen. Hierauf lief er zu dem Konige, zerraufte ſich den Bart, und ſchrie:

„Herr, man hat deinen Schatz geſtohlen, die Raͤu⸗ ber haben die vergangene Nacht dazu benutzt!“

Es wurden ſogleich alle moͤglichen Nachforſchun⸗ gen angeſtellt, und demjenigen große Belohnungen ver⸗ ſprochen, welcher die Raͤuber ausſpuͤren koͤnnte.

Leiſch, der alles vernahm, was vorging, merkte wohl, wer die Verwirrung verurſachte; als er aber ſah, daß unſchuldige Leute deshalb nicht nur in Ver⸗ dacht kamen, ſondern auch taͤglich verhaftet wurden, erregte es ſein Mitleid, ſeine natuͤrliche Gutmuͤthigkeit uͤberwog die Gefahr, welcher er ſich durch Entdeckung der Wahrheit ausſetzte, er trat entſchloſſen vor den Veſyr, und ſprach zu ihmt:

„Herr, ich weiß, wer den Schatz geſtohlen hat; fuͤhre mich zu dem Koͤnig, ich will es ihm entdecken.“

Der Veſyr fuͤhrte ihn auf der Stelle zu dem Kö⸗ nig, und Leiſch bekannte dieſem aufrichtig alles, was vorgegangen war; er fuͤgte hinzu, daß ohne Zweifel der Schatzmeiſter dieſe Gelegenheit benutzt habe, ſeinen Diebſtahl zu verdecken; und ſetzte ſein Haupt zum Pfande, daß, wenn der Koͤnig das Haus deſſelben durch⸗ ſuchen ließe, man darin das von dem Schatze Geraubte finden wuͤrde. 3

Der Koͤnig, von des Raͤubers Ausſage betroffen, folgte ſeinem Rath; und man fand, daß er richtig ver⸗