Teil eines Werkes 
10. Bd. (1829)
Entstehung
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12 593. T a g.

ſteine. Sie waren ſchon im Begriff, ungehindert mit ihrer Beute abzuziehen, als Leiſch etwas Glaͤnzendes an der Decke hangen ſah; er zweifelte nicht, daß es ein unſchaͤtzbarer Edelſtein waͤre, und gab ſich viel Muͤhe, ihn herab zu holen. Als er ihn nun mit der Zunge beruͤhrte, erkannte er, daß es ein Stuͤck Stein⸗ ſalz war; er rief ſogleich ſeine Geſellen zuſammen, und verwies ihnen das Verbrechen, welches ſie begingen. Sie waren ſehr erſtaunt uͤber ſeine Vorwuͤrfe; er aber er⸗ wiederte ihnen:

Ich habe hier von dem Salze des Koͤnigs ge⸗ geſſen, und ihr wißt wohl, daß Salz und Brot, die beiden groͤßten Geſchenke, welche uns Gott verliehen hat, jedermann verpflichten, demjenigen getreu zu ſein, von dem er ſie empfangen hat.*) Demnach beſchwoͤre ich euch, wenn ihr irgend Freundſchaft fuͤr mich hegt, alles hier liegen zu laßen, was ihr ſchon aufgepackt habt, ſo wie ich ſelber thue.

Seine Geſellen ließen ſich uͤberreden, und mach⸗ ten die Thuͤre wieder zu, ohne irgend etwas von dem Schatze mit zu nehmen.

Als am folgenden Morgen der Schatzmeiſter kam,

den Schatz zu beſichtigen, und an der Unordnung, in

welcher er alles fand, wohl ſah, daß man eingebro⸗ chen war, ſo benutzte er dieſe Gelegenheit, und ließ

*) Daher noch der Brauch, in manchen Städten, dem beſtehenden Sberherrn Salz und Brot darzubringen.