Teil eines Werkes 
10. Bd. (1829)
Entstehung
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235 393. Dag.

muthet hatte. Der Schatzmeiſter wurde nach dem Palaſte gefuͤhrt; Dirhem warf ihm ſeine Treuloſigkeit

vor, und ſagte zu ihm:

„Ich pflegte dein von deiner Kindheit an, ich uͤberhäufte dich mit Wohlthaten: gleichwohl bezahleſt du mich mit Undank; und ſetzeſt mich in Gefahr, Un⸗ ſchuldige zu verurtheilen, und du ſelbſt beſtiehlſt mich, waͤhrend ein Raͤuber, dem ich nie eine Gnade erwieſen, und der nur zufaͤllig von meinem Salze gegeſſen, ſeine ganze Beute liegen laßen, und was noch mehr iſt, durch ſein Beiſpiel und ſeine Reden auch ſeine Geſellen vermocht hat, nichts weg zu ſchleppen.“ b

Der Schatzmeiſter konnte nichts zu ſeiner Recht⸗ fertigung vorbringen, und wurde von dem Koͤnige zum

Tode verurtheilt, der ſein Amt nun dem Leiſch uͤber⸗ gab. Dieſer entſprach dem Vertrauen des Fuͤrſten, und bewies ihm alle moͤgliche Treue.

Nachdem er ſein Amt ſo mehrere Jahre verwaltet hatte, erhub der Koͤnig ihn zum Feldherrn ſeiner Kriegs⸗ heere. Leiſch erwarb ſich auch in dieſer neuen Stel⸗ lung großen Ruhm; und die drei Kinder, welche er nachließ, zeichneten ſich durch ihren Heldenmuth aus, und gelangten endlich auf den Thron, welchen ihre Nachkommen lange Zeit eingenommen haben.