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Der Laſttraͤger. 7
ſturzt hatte. Indeſſen unterdruͤckte ich meinen Schmerz und verbarg meine Unruhe; aber ich wandte mich in der Stille meines Herzens an Gott und flehte zu ihm:
„Du, der du die Unſchuldigen und Bedraͤngten beſchirmeſt, errette mich aus der graͤßlichen Noth, in welche ich gerathen bin!“
Dieſes Gebet zerſtreute meine Angſt und ich ſagte zu der Alten mit weniger Beklommenheit:
„Ich bin dir ſehr verbunden, daß du mich an ei⸗ nen Ort gefuͤhrt haſt, wo ſich Vergnuͤgungen darbieten, welche ich in meiner Einſamkeit nicht erwarten durfte.“
Dieſe Worte taͤuſchten die Alte, und wir unterhiel⸗ ten uns den ganzen uͤbrigen Tag nur von den Freu⸗ den, welche die Nacht mit ſich bringen wuͤrde.
Als die Sonne untergegangen war, ſah ich von verſchiedenen Seiten her etwa zwanzig Raͤuber ankom⸗ men, die meiſt verſtuͤmmelt waren. Sie gruͤßten die Alte, und fragten ſie, warum ſie ſo lange ausgeblie⸗ ben waͤre. Dieſe entſchuldigte ſich, mit der Muͤhe, welche ſie ſich gegeben, mich ihnen zu verſchaffen. Hierauf ſtellte ſie mich ihnen vor, und ſie geſtanden, daß ſie ihnen noch nie eine Frau zugefuͤhrt haͤtte, welche mehr nach ihrem Geſchmacke geweſen waͤre.
Man trug das Abendeſſen auf, und ich bekam keinen andern Platz, als den Schooß des Anfuͤhrers der Bande, auf welchen ich mich ſetzen mußte. Ich machte keine Schwierigkeit; ich ſiellte mich ſogar, als


