Der Laſttraͤger. 5
Du weißt, daß ich, ohne die Erfuͤllung dieſer Pflicht, die Moſchee nicht betreten darf. Ich bitte dich alſo,“ fuhr ſie fort,„mir einen Topf voll Waſſer zu leihen.“
Ich gewaͤhrte ihr ihre Bitte; ſie wuſch ſich, be⸗ gab ſich nach der Moſchee, und kam darauf wieder, mir zu danken. Ich lud ſie zum Mittagseſſen bei mir ein, weil ich nichts beſſeres thun zu koͤnnen dachte, als eine Frau in mein Haus zu ziehen, welche mir ſo andaͤchtig erſchien, und die ich vermoͤgen konnte, Gott fuͤr meinen abweſenden Mann zu bitten. Sie aber lehnte es ab, und erwiederte mir:
„Meine Tochter, ich werde Gott bitten, dir den Dienſt zu vergelten, welchen du mir erwieſen haſt; aber es ziemt ſich nicht fuͤr eine Frau meines Alters, außer ihrem Hauſe zu eſſen.“
Nachdem ſie mir tauſend Segnungen angewuͤnſcht hatte, verließ ſie mich.
Fuͤnfhundert und zwei und neunzigſter Tag.
Seit dieſer Zeit hat ſie mich jeden Freitag beſucht; auch vorgeſtern kam ſie, wie gewoͤhnlich, und ſprach zu mir:
„Du haſt mich ſchon oft eingeladen, laͤnger bei dir zu verweilen; wenn es dir nun recht iſt, ſo will ich dieſen Abend deinen Wunſch erfuͤllen, ich will beirn


