Teil eines Werkes 
10. Bd. (1829)
Entstehung
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Der Laſttraͤger. 3

bezahlen; denn ſein Herz war auf die Saͤulen der Ehre und der Redlichkeit feſt gegruͤndet.

So war er denn binnen kurzer Zeit ohne Gut, und folglich ohne Freunde. Gluͤcklicherweiſe hatte die Natur ihn mit einer Staͤrke und Geſundheit begabt, welche durch die Ueppigkeit nicht geſchwaͤcht waren. Weil ihm nun keine andere KHuͤlfsmittel uͤbrig blieben, ſo ergriff er das Gewerbe eines Laſttraͤgers; und es waͤhrte nicht lange, ſo wurde er allen ſeinen Hand⸗ werksgenoſſen in Bagdad vorgezogen, wegen der unge⸗ heuren Laſten, welche er tragen konnte, wegen ſeines Verſtandes, und wegen der Munterkeit, womit er ſeine Arbeit verrichtete. Denn zu dem Rathe ſeines Vaters, der ihm empfohlen hatte, am Abend nicht fuͤr den kuͤnftigen Tag zu ſorgen, befolgte er noch den Grund⸗ ſatz, heute zu vergeſſen, was er geſtern gethan hatte. Auch war er bald der gluͤcklichſte Mann in ganz Bag⸗ dad. Seine Arbeit machte ihm keine Beſchwerde; und er war nicht mehr von den Luͤſten abhaͤngig, deren Sklave er geweſen war. Er kannte nun die Falſchheit der Freunde; man achtete ihn in ſeinem Stande; und er arbeitete nicht mehr, als er nothwendig zu ſeinem Unterhalte bedurfte; er hatte keine Weiber, keine Kin⸗ der, und blieb nuͤchtern. Kurz, er war der gluͤcklichſte aller Muſelmaͤnner.

Als er einſt um Mitternacht von einem Landhauſe kam, wohin er einen Ballen getragen hatte, und am