Teil eines Werkes 
9. Bd. (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Der Korb. 3¹5

und ich habe getrunken; iſt es eine Suͤnde, zu trinken, wenn man Durſt hat?

Damit iſt dein Urtheil geſprochen, erwiederte Sahidé, beſcheiden die Augen nieder ſenkend;ent⸗ ſcheide du ſelbſt. Du kannſt dich nicht entſchuldigen, daß du nicht genugſam gewarnt worden vor der un⸗ ſchuldigen Schlinge, welche man dir gelegt hat, und in welche du gefallen biſt, ungeachtet aller der Gruͤnde, welche dich davon haͤtten zuruͤck halten ſollen. Uebri⸗ gens bin ich es, die den Scherbet bereitet hat, wel⸗ chen du angetroffen, und es freuet mich, daß er dir ſo gut geſchmeckt hat.

Als die Verwirrung des Koͤnigs ſich etwas gelegt hatte, empfand er nur noch die geiſtige Anmuth und die reizende Geſtalt der ſchoͤnen Sahidé, ſank ihr zu Fuͤßen, und ſagte zu ihr:

Ich bin uͤberwunden: aber wie gern ich auch deinen Willen thun wollte, ſo vermag ich doch nichts von dem, was du verlangſt, ohne den Koͤnig der Gei⸗ ſter; ſeine Erlaubnis iſt durchaus erforderlich; du ſiehſt wohl ein, fuhr er fort,daß der Reichsrath nichts aufzuheben wagen darf, was nur auf ſeinen Antrag feſtgeſetzt iſt. Indeſſen will ich nichts verſaͤumen, zu bewirken, was die ſchoͤne Sahidé begehrt. Ich kann den Geiſterkoͤnig auffordern, hieher zu kommen; in ei⸗ nigen Augenblicken koͤnnet ihr beide ſelber mit ihm re⸗ den, ſetzte er hinzu.