Teil eines Werkes 
9. Bd. (1828)
Entstehung
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Der Korb. 3⁰9

ungluͤcklichſten der Menſchen gemacht. Ich liebe ihn ſo zaͤrtlich, daß ich ihn nicht wollte hinſchmachten laßen, ohne zu verſuchen, ob ich ihm keinen Troſt gewaͤhren koͤnnte. Ich habe alſo, wie du ſiehſt, dieſe Verkleidung angenommen, mich allen Zufaͤllen einer ſo weiten Reiſe ausgeſetzt, und das Abenteuer mit dem Korbe gewagt.

Wiel! du biſt alſo kein Mann? rief der Koͤnig aus.

Nein, Herr; ich heiße Sahidé, antwortete ſie ihm, indem ſie ſich das Geſicht mit einer Feuchtigkeit abwiſchte, welche ſie zu dieſem Zwecke mit genommen hatte; zugleich nahm ſie den Turban ab, der die ſchoͤnſten Locken von der Welt hinab wallen ließ, und erſchien ſo ſchoͤn, daß der Koͤnig Badanaſer davon ganz ent⸗ zuͤckt wurde und zum erſtenmal in ſeinem Leben Liebe empfand. Es fehlte nicht viel, ſo waͤre er ihr zu Fuͤßen gefallen. Indeſſen wollte er ſich doch nicht auf einmal ſo verſchieden von ſeinem bisherigen Betragen zeigen, und erroͤthete noch uͤber ein ihm unbekanntes Gefuͤhl; er ſprach alſo mit einer erzwungenen Wuͤrde:

Der Betrug, welchen du, Sahidé, uns geſpielt haſt, verdiente den Tod; ja wer weiß, ob du uns gar die Wahrheit ſagſt in Betreff deiner erlauchten Geburt: aber ich verzeihe deinen Reizen. Lebe hier bei Suluſch, ohne Hoffnung, jemals deinen Bruder wieder zu ſehen, noch in deine Staaten heim zu kehren. Du aber,