Teil eines Werkes 
9. Bd. (1828)
Entstehung
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Der Korb. 3⁰5

denjenigen wenigſtens noch mit den Augen verſchlingen, von dem ſie ſich jetzo fuͤr immer trennen ſollte. Sie ſtand auf, und naͤherte ſich; ſie betrachtet ihn mit Entzuͤcken, ſie will ihm wenigſtens noch einen Kuß ge⸗

ben; ſie ſucht emſig nach irgend einer Kleinigkeit, die

dem Geliebten angehoͤrt, um daraus ihren groͤßten Schatz, ihren Troſt in der Trennung zu machen: da gehen ihr, bei der Verwirrung des Schlafs, endlich die

Augen auf, und Sahidé ſcheint ihr ein Weib; je mehr

ſie es unterſucht, je mehr uͤberzeugt ſie ſich davon; kaum trauet ſie ihren Augen: ſie kann aber nicht mehr daran zweifeln, ein bewundernswuͤrdiger halb entbloͤßter Buſen iſt ihr geringſtes Kennzeichen. Ploͤtz⸗ lich ſinkt ihr die Zauberbinde der Leidenſchaft von den Augen; ihre Begierden erloͤſchen, ihre Unſchuld kehrt zuruͤck, kurz, es war auf einmal eine ganz andere Muna. Ihre durch die erfahrene Behandlung nun nicht mehr beleidigte Eitelkeit, fuͤhrte die Gerechtig⸗ keit in ihr Herz zuruͤck, und ſtellte ihr ihre Pflicht im ganzen Umfange vor Augen. Sie ging leiſe weg, und ließ die Prinzeſſinn aufwecken, um ihr ihre Entdeckung mit zu theilen.

Suluſch, ſtaͤts erfuͤllk von ihrer Leidenſchaft fuͤr den Fremdling, uͤberdruͤßig der Pruͤfungen, wozu ihre ungluͤckliche Lage ſie noͤthigte, und welche ihre Liebe zu dem Koͤnige Kemßerai ihr noch unertraͤglicher

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