Teil eines Werkes 
9. Bd. (1828)
Entstehung
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Gulſum und der Geiſterkoͤnig⸗ 297

konnte, ſo beſchloß er, ſie wenigſtens des aͤußern An⸗ ſcheins der Tugend zu berauben, und dadurch die zaͤrt⸗ liche und tugendhafte Mutter zu betruͤben.

Fuͤnfhundert und ſieben und achtzigſter Tag.

Zur Ausfuͤhrung dieſes Vorhabens ſtiftete er die Mitglieder des Reichsrathes auf, ſie ſollten es nimmer zugeben, daß das Reich Medhuſchan getheilt wuͤrde; was die Koͤniginn durch Vermaͤhlung der Prinzeſſinn Suluſch unfehlbar beabſichtige:

„Weil es aber keine richtige Staatskunſt iſt,“ fuͤgte er hinzu,„die Vorrechte und Gebräuche eines Landes auf einmal zu beſchraͤnken, ſo muß man mit der Vermaͤhlung der Prinzeſſinn ſo große Schwierig⸗ keiten verknuͤpfen, und ihrer Lebensweiſe einen ſo ab⸗ ſchreckenden Anſchein geben, daß Suluſch niemals ei⸗ nen Prinzen findet, der ſie heirathen moͤchte. Und wenn ſie etwa eine Mißheirath eingeht, ſo kann der Reichsrath ſich mit vollem Rechte widerſetzen, ihr die Haͤlfte des Reichs mitzugeben.“ Weil er indeſſen ein⸗ ſah, daß es ungerecht ſein wuͤrde, einer jungen Prin⸗ zeſſinn, die nichts verbrochen hatte, ein beklagenswer⸗ thes und trauriges Leben zu bereiten, ſo, fuhr er fort, glaube er, ein Mittel gefunden zu haben, allen dieſen Uebelſtaͤnden abzuhelfen.