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denn die Tugenden des Herzens erhoͤhen ſtaͤts die aͤußeren Reize.
So gelangte die Kunde von den Vollkommenheiten dieſer Koͤniginn auch zu dem Koͤnige der Geiſter; er zweifelte lange, ob ihre Lobpreiſungen nicht uͤbertrieben waͤren. Um ſich ſelber davon zu uͤberzeugen, erſchien er an ihrem Hofe, und die Bewunderung ihrer treffli⸗ chen Eigenſchaften verwandelte ſich bald in die unbaͤn⸗ digſte Leidenſchaft; aber je ſtaͤrker dieſe ward, deſto ungluͤcklicher machte ſie ihn. Die Koͤniginn hatte ihrem Gemahl ewige Treue gelobt; und der Koͤnig der Geiſter konnte fuͤr die Dienſtleiſtungen, zu welchen er ſich un⸗ ablaͤßig erbot, und fuͤr alle die Aufmerkſamkeiten, wo⸗ mit er ſie gewiſſermaßen ſtaͤts uͤberhaͤufte, nichts wei⸗ ter erlangen, als Aeußerungen der Erkenntlichkeit. Die Erkenntlichkeit allein aber iſt fuͤr einen Liebenden nur Verſchmaͤhung; und ſo verwandelte ſich die Liebe dieſes furchtbaren Koͤnigs bald in Wuth. Er ſann lange nach, was er thun ſollte, um ſich fuͤr die Gleichguͤl⸗ tigkeit der Koͤniginn zu raͤchen, und beſchloß endlich, ſie auf eine empfindliche Weiſe zu beſtrafen; ohne daß es jedoch ſie ſelbſt traͤfe. Die weiſe und durchaus tu⸗ gendhafte Koͤniginn hatte alle ihre Sorgfalt darauf ge⸗ wendet, auch ihre Tochter, die Prinzeſſinn Suluſch, zu allen Tugenden zu erziehen, welche ſie ſelber uͤbte; und weil der Geiſterkoͤnig nicht die dem zarten Gemuͤthe tief eingepraͤgten Lehren derſelben austilgen


