Teil eines Werkes 
9. Bd. (1828)
Entstehung
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29² 586. Tag.

bekuͤmmerter, als je zuvor. Sahidé ihrerſeits war auch nachdenklich, und ihr Abendeſſen war noch ernſt⸗ hafter, als die beiden vorigen. Die ſchoͤnen Jung⸗ frauen blickten ſich unaufhoͤrlich voll Verwunderung an; die voͤllige Stille, welche haͤufig eintrat, war gaͤnz⸗ lich gegen den Gebrauch hier im Garten. Als die Prinzeſſinn ſolches Schweigen auch bemerkte, unter⸗ brach ſie es ploͤtzlich durch die erſte beßte Rede, welche nicht immer ihres treffenden Geiſtes wuͤrdig war.

Sahidé unterdeſſen, um die angefangene Rolle durchzufuͤhren, ſagte zu ihr:

„Was iſt das, ſchoͤne Gebieterinn meines Willens? es ſcheint, du biſt heute zuruͤckhaltender gegen mich, als an den vorigen Tagen. Warum truͤbſt du durch deine Unruhe mein Gluͤck, die Koͤniginn meiner Gedan⸗ ken zu ſehen?“”“.

„Was ſoll ich,“ erwiederte die Prinzeſſinn,„einem Menſchen ſagen, der vorgibt, mich zu lieben, und ſich meinen Sklaven nennt, und der gleichwohl nur mir zu misfallen trachtet?“ 3

„Ich! ich trachte dir zu misfallen?“ rief Sahide mit Lebhaftigkeit aus.„Ich, der ich willig mein Le⸗ ben hingab, um dir einen Augenblick Vergnuͤgen zu gewaͤhren.“

„Das iſt eine gewoͤhnliche Rede,“ unterbrach ihn die Prinzeſſinn; du fuͤhlſt wohl ſelber, daß ſie das Un⸗ recht nicht wieder gut machen kann, welches dein Be⸗