Der Korb. 291
die voͤlligſte Freiheit beguͤnſtigte Zeit wurde abermals von ihr mit Thraͤnen, Seufzen und Schluchzen hin ge⸗ bracht. Als aber die Nacht abließ, die Welt in ihren Trauermantel zu huͤllen, rief Sahidé, um ſie anzu⸗ feuern, daß ſie nichts verſaͤumte, ihr die verſprochenen Aufklaͤrungen zu verſchaffen, ſie zu ſich heran und gab ihr einen herzlichen Kuß, deſſen ſich Muna nicht ver⸗ ſah, und der ſie auf den Gipfel der Freude erhub.
Fuͤnthundert und ſechs und achtzigſter Tag.
Sahidé brachte dieſen Tag in noch groͤßerer Un⸗ ruhe hin, als den geſtrigen; ſie ſah wohl ein, daß ſie durch alle ihre Bemuͤhungen nicht verhindern konnte, daß entweder der verhaͤngnisvolle Korb ſie am naͤch⸗ ſten Tage wieder nach Medhuſchan entfuͤhren, oder, daß ihre Verkleidung entdeckt wuͤrde. Beides bekuͤm⸗ merte ſie auf gleiche Weiſe, weil es ſie in die Noth⸗ wendigkeit verſetzte, ſich zu entfernen, ohne daß ſie et⸗ was Trͤſtliches fuͤr ihren Bruder entdeckt hatte. Alles was ſie thun konnte, beſtand darin, ſich mit einer un⸗ beſtimmten Hoffnung zu troͤſten, und den Entſchluß zu faſſen, nach den Umſtaͤnden alles zu benutzen, was ſie in der folgenden Nacht erfahren wuͤrde.
Endlich verſtattete die Sonne den Sternen zu leuchten, und die Prinzeſſinn erſchien, unruhiger und


