Der Korb. 2989
Als Sahidé wieder mit Muna allein war, be⸗ gann ſie: 3
„Nun, weißt du heute mehr, als geſtern?“
„Ach nein!“ antwortete ihr die zaͤrtliche Sklavinn: „aber ich liebe dich, und ich habe nichts unterlaßen, dich zu befriedigen. Unter den Sklavinnen, die uns bedienen, beſindet ſich eine, deren Alter ſo hoch, und deren Treue ſo bekannt iſt, daß man ihr manchmal erlaubt, aus unſerem Frauenpallaſt in die Stadt zu gehen; an dieſe habe ich mich gewandt, und ſie gebe⸗ ten, ſich nach dem zu erkundigen, was du zu wiſſen wuͤnſcheſt. Da ich ſah, daß ſie auch nur unvollkom⸗ men hievon unterrichtet war, ſo hat mich die Liebe zu dir, trotz der Gefahr, welche wir beide bei ſolchen Nachforſchungen laufen, ſo beredt gemacht, und ich habe ſie durch kleine Geſchenke ſo zu gewinnen gewußt, daß ſie heute Nachmittag zu einer ihrer Freundinnen, einer Kaufmannsfrau, gegangen iſt, welche mit der verſtorbenen Koͤniginn in einer Art von Vertraulichkeit lebte; und ſie hat mir verſprochen, dieſelbe zu bewe⸗ gen, ihr alles zu ſagen, was ſie von dem weiß, ſo hier vorgeht. Das iſt alles, geliebter Fremdling, was ich zu deiner Befriedigung habe thun koͤnnen.“
Sahidé bezeugte ihr ihre Erkenntlichkeit, und noͤ⸗ thigte ſie, ein Schmuckkaͤſtchen mit Diamanten anzu⸗
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