Teil eines Werkes 
9. Bd. (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

286 585. Tag. Fuͤnfhundert und fuͤnf und achtzigſter Tag.

Als die Nacht gekommen war, erſchien die Prin⸗ zeſſinn, wie gewoͤhnlich, aber mit noch weniger Froͤh⸗ lichkeit, als geſtern Abend. Sahidé eilte ihr entge⸗ gen, und bezeugte ihr um ſo mehr lebhaftere Freude, als ſie die Urſache ihres Kummers wußte. Die Prin⸗ beſſinn gab ihr auf ihre ſchmeichelnden Reden zur

ntwort:

„Wie denn, Fremdling, alſo erkennſt du meine Guͤte? Du ſcheinſt ſanftmuͤthig und hoͤflich, du be⸗ ſtrebſt dich, mir zu gefallen: indeſſen entſprechen deine Handlungen nicht deinem Anſcheine.“

„Worin kann dein Sklave dir misfallen haben?“ rief die ſchoͤne Sahidé aus, indem ſie ihr zu Fuͤßen

fiel..

„SDu haſt meine Sklavinn mit Schmach uͤber⸗ haͤuft,“ erwiederte die Prinzeſſinn verdrießlich:„was kann der Grund einer ſolchen Kaͤlte ſein?“

„Die Liebe, welche du mir eingefloͤßt haſt,“ ant⸗ wortete Sahidé zaͤrtlich:„ja, du ſchoͤner Mond der Welt, dieſe Liebe macht mein Herz zu allem andern unfaͤhig; die ſchoͤnſte der Huri's wuͤrde mir gegenwaͤr⸗ tig gleichguͤltig ſein. Reiche mir deine ſchoͤne Hand, gewaͤhre mir, durch einen Kuß darauf die Glut zu lindern, welche mich verzehrt; wuͤrdige einen Ungluͤck⸗