Der Korb. 285
ligen Neſte emporzuſteigen, entriß ſich Muna dieſem Orte, nicht ohne ihr Herz durch einen Kuß zu erleich⸗ tern, welchen ſie der ſchoͤnen Sahidé gab, die ſich ſo⸗ gar nur mit vieler Muͤhe ihren Umarmungen entwand. Indeß beſchwur Sahidé die Scheidende, ſich forgfaͤl⸗ tig nach den Dingen zu erkundigen, welche ſie wiſſen wollte, und vertroͤſtete ſie auf ihr Wiederſehen am Abend. 1
Muna entfernte ſich mit Muͤhe von dem Gegen⸗ ſtand ihrer Liebe; und Sahidé, jetzt wieder allein, uͤber⸗ ließ ſich ungeſtoͤrt den Betrachtungen, welche alles, was ſie umgab und die Theilnahme an dem Schickſale ihres Bruders ihr erregte. Sie durchwanderte die bei⸗ den Gaͤrten; ſie beſchaute das Gartenhaus mit dem Throne, in der Hoffnung, irgend etwas zu bemerken, das ihr dienlich ſein koͤnnte. Aber alle ihre Bemuͤhun⸗ gen waren vergeblich; das Thor, durch welches die Prinzeſſinn mit ihrem Hof in den Garten trat, war praͤchtig, mit Marmor bekleidet und mit Bronge ge⸗ ziert; es war feſt verſchloſſen und gewaͤhrte nirgends eine Durchſicht. Mit der Beſchauung aller dieſer Ge⸗ genſtaͤnde und unter mancherlei Betrachtungen brachte
Sahidé dieſen zweiten Tag zu.


