10 521. Tag.
hatte, und die nicht das grauſame Schickſal verdient, welches ſie jetzt erfaͤhrt. Erfuͤllt von dieſen Vorſtel⸗ lungen, wanderte ich noch einige Tage fuͤrder, und erblickte einen ſehr großen Vogel auf einem Baume; ſein Kopf war golden, ſeine Augen Saphire, ſein Schnabel von Perlen, ſein Leib von Rubinen, und ſeine Fuͤße von Topaſen; oben auf dieſem Baume ſtand eine wohlbeſetzte Tafel, beſonders mit Fiſchen. Ich naͤherte mich, ſtieg mit großer Leichtigkeit auf den Baum, gruͤßte den Vogel, und ſagte zu ihm:
„Du biſt der ſchoͤnſte Vogel, welchen ich jemals geſehen habe.“ Hierauf fragte ich ihn, wer er waͤre.
Er antwortete mir, er waͤre einer von den Voͤgeln des Paradieſes, welchen Gott mit dieſem Tiſche auf die Erde entſandt, um Adam Geſellſchaft zu leiſten und mit ihm zu eſſen, nachdem er aus dem Paradieſe vertrieben worden:„ſeitdem Adam todt iſt,“ fuhr er fort,„bin ich, auf Gottes Befehl, hier geblieben um die heiligen Wallfahrer in ihrer Vorbeſtimmung zu foͤr⸗ dern; ich werde hier wohnen, bis zum Tage des juͤng⸗ ſten Gerichts.“ „ Aber,“ ſagte ich zu ihm,„verderben die Spei⸗ ſen auf dieſer Tafel nicht? Wie erſetzeſt du ſie, wenn ſie verdorben oder verzehrt ſind?“
„Kann denn, was aus dem Paradieſe koͤmmt, ſich veraͤndern?“ antwortete er mir.


