——
Abdal Motallab, der Weiſe. 9
„Du ſiehſt, welcher Herrlichkeit ich mich durch die Guͤte des großen Gottes erfreue; ich bin der Fuͤrſt Daniel. Auch dich hat der Allerhoͤchſte mit Gnaden uͤberhaͤuft; fahr fort, ſie zu verdienen, du biſt nicht fern vom Ziele, laß den Muth nicht ſinken.“
„Aber, mein Fuͤrſt,“ ſprach ich zu ihm,„der du mich ſo großer Theilnahme wuͤrdigſt, ſage mir, wie lange bin ich ſchon unterweges? die Zeiten ſind in den himmliſchen Raͤumen, welche ich durchwandert habe, ſo verflogen, daß ich fuͤrchte, die ſchoͤne Sesbet iſt nicht mehr an mich gebunden.“
„Es ſind vier Jahre, weniger einige Tage, daß du von Mekka abweſend biſt,“ antwortete mir der Greis.
„Vier Jahre!“ rief ich ſchmerzvoll aus.
„Das Maaß der Zeit,“ hub er freundlich wieder an,„iſt nicht feſtzuhalten, wenn man mit myſtiſchen Dingen beſchaͤftigt iſt; und die Weiſen, die einen guten Gebrauch von ihr machen, ſind unbekuͤmmert um ſie, wenn ſie beſchaͤftigt ſind, ſich Kenntniſſe zu erwerben. — Fahr wohl,“ fuͤgte er hinzu,„hoffe, nimm dieſen Weg hier, und troͤſte dich durch die großen Dinge, welche dir aufbehalten ſind.“
Dieſe Worte waren meinem Herzen noͤthig, um mich zu ſtaͤrken, daß die Furcht, Sesbet zu verlieren, mich nicht zu Boden druͤckte; dieſe Sesbet, fuͤr welche ich ſtaͤts die zaͤrtlichſte und die reinſte Liebe gefuͤhlt


