6 520. Tag.
ter jenen Vorhaͤngen waͤre, von welchen er mir geſagt hatte; und er antwortete mir:
„Du fraͤgſt mich, was uns unerforſchlich iſt, und wir beobachten uͤber das, was wir nicht wiſſen koͤn⸗ nen, ein ehrerbietiges Stillſchweigen. Alles was ich davon entſchleiern kann, beſteht darin, daß das Volk Gottes an jenem Orte verſammelt iſt, und daß die goͤttliche Allmacht ſich daſelbſt mehr, als anderswo, offenbart.“
Ich bewunderte mit ihm die Groͤße Gottes; aber bevor ich ihn verließ, bat ich ihn noch, mir zu ſagen, worauf das Gebirge Kaf ruhe.
„Es ruhet zwiſchen den Hoͤrnern eines weißen Stiers, Kirnit genannt; ſein Kopf beruͤhrt den Auf⸗ gang und ſein Schwanz den Niedergang; der Raum zwiſchen ſeinen beiden Hoͤrnern iſt gleich dem Wege, welchen man im Verlaufe von tauſend Jahren zuruͤck⸗ legen koͤnnte.“
Meine Wißbegierde zu befriedigen, that ich ihm noch die letzte Frage, wie viel Erden und Meere es gaͤbe, und wo die Hoͤlle waͤre.
„Es gibt ſieben Erden,“ antwortete er mir,„und eben ſo viel Meere; die Hoͤlle befindet ſich eben ſo wohl uͤber jenen, als unter dieſen.“
Nach dieſer Antwort verließ ich ihn, und gelangte bis an den Vorhang, welcher die Welt begraͤnzt; uͤber dieſem Vorhange ſah ich den Himmel, und unter ihm das Meer; in der Mitte deſſelben bemerkte ich eine


