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Mahomeds Geburt. 291
nichts haͤtte ſtillen koͤnnen. Gleichwohl ſtanden ſie, in Er⸗ mangelung der Waffen, in Begriff, ſich anzufallen, wie verſtaͤndig ſie ſonſt auch waren: ſo wenig vermag die Weis⸗ heit uͤber leidenſchaftliche Herzen! Aber Sesbet redete zu ihnen mit jener Sanftmuth, welche die Uebung der Tugend und die Wahrheit ſtaͤts einfloͤßen, und ſagte:
„Hoͤret mich an; es iſt wahr, daß ich euch alle viere geheirathet habe; ihr kennet die Befehle, welche mich mit euch verbunden haben; ich habe euch nichts verhehlt, und bin euch gewiſſenhaft treu geblieben.“
„Nach dem was wir fuͤr dich gelitten haben,“ rie⸗ fen alle zugleich aus,„dich verheiratet zu finden, nicht nur mit einem, ſondern mit drei Maͤnnern, iſt das auszuhalten!“
„Ihr wuͤrdet Recht haben,“ erwiederte ihnen Sesbet, „wenn alles, was uns begegnet, in der gewoͤhnlichen Ord⸗ nung der Dinge waͤre: aber iſt euch ſchon je etwas vor⸗ gekommen, das mit unſeren Abenteuern zu vergleichen woͤre? Ich habe die Befehle meines Vaters befolgt, ich kann es nicht bereuen; ich weiß ſo gut, wie ihr, daß ich in jedem andern Falle uͤbel gethan haͤtte: aber, was die Hauptſache iſt, bringet ihr Kunde von Mahomed?“ „Ja,“ antworteten alle aus Einem Munde.
„Habt ihr ihn geſehen?“ fragte ſie weiter.
„Du kannſt dich davon uͤberzeugen, wenn du ver⸗ nehmen willſt, was uns begegnet iſt,“ antworteten alle mit gleicher Lebhaftigkeit.


