290 511. 512. Tag.
Sie ihrerſeits, ohne ſich etwas dabei zu denken, ſagte ſcherzend:„Ihr Geiſter, hebet ihn hinweg!“
Und von Stund' an hoͤrte man nicht mehr von ihm reden.
Wie uͤberraſchend dieß Ereignis ihr vorkam, doch betrachtete ſie, eingedenk ihrer Pflichten, dieſelbe Treue gegen ihn, und wollte den Ablauf des Jahres abwar⸗ ten, bevor ſie einen neuen Entſchluß faßte; denn auf dem Pergamentblatte ſtand nun keine Zeile weiter zu leſen. Sie verlebte alſo auch dieſes Jahr in der ge⸗ wohnten Ausuͤbung ihrer Tugenden; und als ſie am Tage des abgelaufenen Jahres keine neue Schrift er⸗ ſcheinen ſah, bereitete ſie ſich, auszugehen, um den Koͤnig und ſeinen Veſyr um Rath zu fragen; denn die Worte lauteten ganz beſtimmt:„Sie ſoll ſich verheirathen.“
Fuͤnfhundert und zwoͤlfter Tag.
Sie ſtand in dieſem frommen Vorſatz, als ſie auf ihrem Hofe einen lauten Laͤrmen hoͤrte; ſie lief hinaus, und erblickte mit dem groͤßten Erſtaunen ihre vier Maͤn⸗ ner, deren Jugend und Schoͤnheit ſich nicht veraͤndert hatte, ſie ſahen bloß etwas ermüͤdet aus. Gluͤcklicher⸗ weiſe hatten ſie keinerlei Waffen bei ſich; denn da ſie ſich allzumal in dem Hauſe ihrer Gattinn befanden, ſo entflammte die Eiferſucht ſie zu einer Wuth, welche
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