Teil eines Werkes 
8. Bd. (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

284 510. Tag.

tinn geben willſt, welcher die dir unbekannten Schrift⸗ zuͤge leſen kann. Sesbet muß alle Morgen, fuhr er fort,in der oͤffentlichen Verſammlung vor dir erſchei⸗ nen und allen denjenigen die Schriftzuͤge vorhalten, welche ſie leſen wollen, und Deine Majeſtaͤt wird ent⸗ ſcheiden, ob ſie richtig geleſen ſind, entweder aus dem Sinne, welche man ihnen beilegt, oder aus den Schrift⸗ zuͤgen und aus den Fragen, welche du an denjenigen thun kannſt, der ſich dazu erboten hat.

Das hat zwar immer ſeine Schwierigkeiten, erwiederte Nophailach;aber es bleibt uns nichts ande⸗ res uͤbrig.

Alsbald ertheilte er den Befehl, und dieſer ward uͤberall kund gemacht. Indeſſen beunruhigte den Koͤ⸗ nig noch etwas, bevor er Sesbet entließ:Veſyr, ſprach er,man muͤßte doch, wie mich duͤnkt, zuvor ihre Schoͤnheit ein wenig in Augenſchein nehmen. Wir verkuͤndigen ſie als ſchoͤn; ich will wohl glauben, daß du ſie als ſolche geſehen haſt: aber, woher weißt du, daß ſie ſich nicht veraͤndert hat? Sagt nicht ein alter Perſiſcher Dichter, daß es nur eines Nichts be⸗ darf, um eine Schoͤnheit zu zerſtoͤren?Ich erkenne ſtaͤts deine Weisheit und deine Billigkeit, ant⸗ wortete ihm der Veſyr, mit einer tiefen Verneigung. Sesbet, laß den Koͤnig von deinen Reizen urtheilen, ſprach er zu ihr.