Teil eines Werkes 
8. Bd. (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

B2 510. Tag. Fuͤnfhundert und zehnter Tag.

Sesbet ging alſo eines Morgens, mit ihrem Schleier bedeckt, hin; und um nicht das Anſehen zu haben, daß ſie nur etwas vorſpiegele, nahm ſie be⸗ daͤchtig das Pergamentblatt mit, welchem ſie gehorchen wollte, und worauf jetzo noch vier Zeilen ſtanden, welche ſie jedoch nicht leſen konnte. Sesbet trat vor den Koͤnig, der ſelber vor der Thuͤre ſeines Palaſts jedermann Gehoͤr gab, und ſprach zu ihm:

Herr, ich bitte dich, mir einen Mann zu geben. Dieſe Forderung uͤberraſchte den Koͤnig, er laͤchelte und gab ihr einen freundlichen Wink, das Ende der Sitzung abzuwarten. Als dieſe beendigt war hieß der Koͤnig, der viel Verſtand hatte, aber gewoͤhnlich ſeinen Veſyr fuͤr ſich reden ließ, und dann uͤber ſeine Antworten entſchied, Sesbet naͤher treten; denn ſie hatte ſich bis⸗ her ſtaͤts in ihrem Schleier abſeiten gehalten. Sie gehorchte, und Nophailach fragte ſie nun, warum ſie denn einen Mann von ſeiner Hand haben wollte.

Herr, antwortete ſie,ich habe keine Aeltern mehr, und ein Koͤnig ſoll der Vater ſeiner Unterthanen ſein: es koͤmmt alſo dir zu, mich zu verheiraten.

Das iſt billig, Veſyr, wie mich duͤnkt, ſprach der Koͤnig zu ihm.

Ja, Herr, antwortete der Veſyr,das folgt richtig: aber erlaube mir, ihr einige Fragen zu thun.

,

.