Teil eines Werkes 
8. Bd. (1828)
Entstehung
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Mahomeds Geburt. 281

Alſo lebte Sesbet in der Ausuͤbung guter Werke und im Gebet, ohne ſich einzubilden, daß ſie noch auf andre Weiſe ihre Tage beſchließen wuͤrde; indeſſen weil ſie auf jenem Pergamentblatte Schriftzuͤge gele⸗ ſen, welche ſie das erſtemal nicht entdeckt hatte, ſo ging ſie oft hin, daſſelbe um ſo ſorgfaͤltiger zu betrach⸗ ten, als ſie darin die einzige Vorſchrift ihres Betra⸗ gens ſah.

Es waren ungefaͤhr drei Jahre, daß Sesbet ſo in Mekka lebte, wie mitten in einer Einoͤde, als ſie eines Tages, bei Betrachtung des Pergamentblatts, auf deniſelben ganz deutlich las:

Sesbets Gluͤck nahet heran, ſie muß ſich verheiraten.

Sesbet hatte niemals Luſt gehabt, ſich zu verhei⸗ raten: aber ein ſo entſchiedener Befehl, und welchen ſie allein Uſcha zuſchreiben konnte, beſtimmte ſie, ob⸗ wohl mit Muͤhe, denſelben zu befolgen. Wie indeſſen ſollte ſie es anſtellen, dazu zu gelangen? Die Sache war ſchwierig; ſie kannte niemand, und man hatte ihrer in der Welt vergeſſen; an wen ſollte ſie ſich nun wenden? Aber was vermag nicht die Ehrfurcht, welche

man dem Vater ſchuldig iſt, wenn ſie dem Herzen tief

eingepraͤgt ſteht! Sie faßte demnach den Entſchluß, den Koͤnig anzutreten, der in Mekka ſeinen Sitz hatte, und Nophallach hieß. Dieſer durch ſeine Tugenden bekannte Fuͤrſt war leicht zugaͤnglich.