Mahomeds Geburt. 1 279
Endlich indeſſen gelang es ihr, ihn aufzubrechen: aber welcher Verdruß fuͤr die arme Sesbet, als ſie ſah, daß darin wieder ein anderer Kaſten von Ebenholz ſtand! Neue Arbeit, und neue Unruhe, was ſie in dieſem finden wuͤrde; zwanzigmal war ſie genoͤthigt, ſich auf den Boden nieder zu laßen, vor Mattigkeit, Schwaͤche und Erſchoͤpfung; endlich gelang es ihr, auch den zweiten Kaſten zu eroͤffnen. Derſelbe ent⸗ hielt nichts weiter als einzelne Blaͤtter aus der Hand⸗ ſchrift der Bibel, welche Uſcha mit ſo viel Muͤhe der Wuth der Gottloſen entriſſen hatte. Jeder andere als Sesbet, waͤre in dem Zuſtande, worin ſie ſich befand, in Verzweiflung geweſen uͤber ihr Schickſal, und wuͤrde dieſe koſtbaren Ueberbleibſel gering geachtet haben, welche ſie mit Moſchus verſiegelt fand; aber Uſcha hatte dieſe Blaͤtter ſo werth gehalten, und ſie las ſie mit Ehrfurcht, unterwarf ſich den Befehlen ihres Va⸗ ters und uͤberließ ſich fernerhin der Vorſehung. End⸗ lich entdeckte ſie in einem Winkel des großen Kaſtens noch ein Pergamentblatt, auf welchem mehrere Zeilen geſchrieben ſtanden, in verſchiedenen Schriftzuͤgen, welche ihr faſt alle unbekannt waren; aber leicht konnte ſie die Ueberſchrift dieſes Blattes leſen, welche lautete:
„Faſſe Muth, Sesbet, vertraue auf den großen Propheten, und erinnere dich der Lehren deines Vaters.“


