Mahomeds Geburt⸗ 29
kaum das Nothduͤrftige gewaͤhrte, klopfte doch kein Armer vergeblich an ihre Thuͤre, noch ſprach er ſie vergeblich an, wenn ſie zum Gebete ging; und jeder Kranke, von welchem ihre alte Sklavinn hoͤrte, wenn ſie das Noͤthige fuͤr ſie einholte, war ihrer Huͤlfe ver⸗ ſichert.
Indeſſen nahm das Geld ab, und Sesbet, außer
Stande ihre alte Sklavinn laͤnger zu ernaͤhren, ſah
ſich genoͤthigt, auch ihr die Freiheit zu geben. Dieſe Trennung war auf beiden Seiten ſehr ſchmerzlich, aber ſie war unerlaͤßlich.
Fuͤnfhundert und neunter Tag.
Die ſchoͤne Sesbet, der jedermann gewetteifert haͤtte zu Huͤlfe zu kommen, und gern ihr Sklave ge⸗ worden waͤre, ſah ſich alſo in der vollſtaͤndigſten Ein⸗ ſamkeit vergeſſen von allen Einwohnern Mekka's und von allen jungen Leuten, welche ſie im Hauſe ihres Vaters geſehen hatten. Die Vorſtellung von ihren Schaͤtzen hatte ſie ohne Zweifel eben ſo ſehr angezogen,
als ihre Schoͤnheit.
Es waren ungefaͤhr zwei Jahre, daß der tugend⸗ hafte Uſcha hinuͤber gegangen war, ſich mit den En⸗ geln des Lichts der Anſchauung des großen Propheten zu erfreuen, als alle Hulfsquellen Sesbets erſchoͤpft


