Teil eines Werkes 
8. Bd. (1828)
Entstehung
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Mahomeds Geburt. 275

und ihn gluͤcklich pries, daß er reich genug waͤre, ſie auszuuͤben:

Meine Tochter, es iſt nicht der Werth der Gabe, welche die Wohlthaͤtigkeit empfehlenswerth macht: die Armen koͤnnen dieſelben Tugenden uͤben, wie die Rei⸗ chen: erhebt der Rauch des Sandel⸗ und Aloeholzes ſich hoͤher, als der des Harzes?

Uſcha ſtarb endlich, in einem hundertjaͤhrigen Al⸗ ter; ſeine von Schmerz ergriffene Gattinn uͤberlebte ihn nur kurze Zeit. Der Verluſt ihrer geliebten Ael⸗ tern war Sesbet unendlich ſchmerzhaft: der noch fri⸗ ſchen Trauer ſchrieb man die Zuruͤckgezogenheit zu, in welcher ſie ſeitdem lebte: aber das Erſtaunen aller, welche auf ihren Beſitz Anſpruch machten, verdoppelte ſich, als man ſie nach einigen Monaten dieſe Lebens⸗ weiſe nicht aͤndern ſah. Das Erſtaunen machte hierauf der Bewunderung Platz, und die Bewunderung endigte in Vergeſſenheit; denn die Welt gibt diejenigen ſehr leicht auf, die ſie ernſtlich meiden wollen.

Sesbet war erſt funfzehn Jahre alt; aber ihr Geiſt war ſchon voͤllig ausgebildet. Ihr Vater hatte ihr, als er ihr das letzte Lebewohl ſagte, dringend empfohlen, niemals das Haus zu verkaufen, welches er ihr hinterließ, was auch immer ihr begegnen moͤchte; und dieſe Empfehlung war hinreichend, daß ſie be⸗ ſchloß, zeitlebens darin wohnen zu bleiben. Nachdem ſie ſich einige Zeit ihrem lebhaften Schmerze hingege⸗