Dakianos und die Siebenſchlaͤfer. 265
„Dieſes Haus gehoͤrt mir, ſo viel ich weiß: war⸗
um finde ich euch hier, und was machet ihr hier?“
„Ich glaube, du irreſt dich,“ antwortete ihm der Greis mit derſelben Sanftmuth:„dieſes Haus gehoͤrt ſchon ſeit langer Zeit unſerm Geſchlechte: mein Groß⸗ vater hat es meinem Vater vererbt, der noch lebt, ob⸗ gleich nur noch ein leiſer Hauch des Lebens in ihm iſt.“
Die jungen Leute wollten auch antworten und entruͤſteten ſich ſogar gegen Dſchemlicha; der Greis aber ſagte zu ihnen:
„Entruͤſtet euch nicht, meine Kinder; der Zorn iſt niemals vonndthen: er hat uns vielleicht gute Gruͤnde vorzulegen, wir wollen ihn anhoͤren.“
f Hierauf wandte er ſich zu Dſchemlicha, und fuhr ort:
„Wie kann dieſes Haus dir angehoren? Mit welchem Rechte machſt du Anſpruch darauf? Wer biſt du?⸗
„Ach, mein guter Alter,“ verſetzte Dſchemlicha, „wie koͤnnte ich dich von meiner Geſchichte uͤberzeugen, da noch niemand, dem ich ſie erzaͤhlt habe, ſie hat glauben wollen: ich ſelber begreife nichts davon, du kannſt alſo denken, in welcher Lage ich mich befinde.“ — Sde Greis, von ſeinem Kummer geruͤhrt, ſprach zu ihm:
„Faſſe Muth, mein Kind, du erregſt meine Theil⸗ nahme, dein Anblick hat mein Herz geruͤhrt.“


