Dakianos und die Siebenſchlaͤfer. 263
Enkuſch ſetzte, mit Recht, großes Vertrauen in ſeinen Veſyr; er wandte ſich alſo zu Dſchemlicha, und ſagte zu ihm:
„Erzaͤhle uns doch deine Geſchichte ohne alle Ent⸗ ſtellung, oder ich laße dich ſogleich ins Gefaͤngnis werfen.“ 1
Dſchemlicha, der wohl fuͤhlte, wie noͤthig ſeinen Freunden ſeine Ruͤckkehr war, gehorchte ihm, trotz der Furcht, welche er noch immer vor Dakianos hegte, und ſeine Erzaͤhlung entſprach ganz demjenigen, was der Veſyx in den Jahrbuͤchern geleſen hatte. Was aber den Koͤnig noch mehr davon uͤberzeugen konnte, waren die Worte, welche Oſchemlicha hinzu fuͤgte:
„Euer Majeſtaͤt muß wiſſen, daß ich ein Haus, ein Kind und Verwandte in dieſer Stadt habe, ſie werden von allem dem Zeugnis ablegen, was ich eben erzaͤhlt habe.“
„Bedenke aber,“ ſagte hierauf der kluge Veſyr zu
ihm,„daß, was du dem Kdynig erzaͤhlt haſt, vor dreihundert und neun Jahren geſchehen iſt.“
„Du mußt uns alſo einen andern Beweis geben,“ hub der Koͤnig wieder an.
—„Ich erwiedere nichts hierauf, aus Ehrfurcht,“ ſagte Dſchemlicha:„aber um euch von allem zu uͤber⸗ zeugen, was ich angegeben habe, bekenne ich, daß ich in meinem Hauſe einen ſehr anſehnlichen Schatz ver⸗ borgen habe, um welchen ich allein weiß.“


