262 505. Ta g. Fuͤnfhundert und fuͤnfter Tag.
Dſchemlicha wagte nicht deutlicher zu ſprechen, denn er fuͤrchtete immer noch, der Koͤnig, welchen er nicht kannte, waͤre einer von Dakianos Veſyren, wel⸗ cher ihn zu dieſem, etwa abweſenden Fuͤrſten, wuͤrde fuͤhren laßen.
Zu ſeinem Gluͤcke hatte Enkuſch einen Veſyr von durchdringendem Verſtande, der zugleich eine ſehr große Kenntnis der Vorſchriften des Geſetzes und der Ge⸗ ſchichte hatte; ihm war auch die Geſchichte des Dakia⸗ nos nicht unbekannt, und man hatte ſomit einige Kunde von den ſieben Schlaͤfern, welche man noch in der nahen Hoͤhle glaubte. Die Reden Dſchemlicha's er⸗ regten ihm Verdacht, und um ſich daruͤber aufzuklaͤ⸗
ren, ſagte er ganz leiſe zu dem Koͤnige:
„Ich muͤßte mich ſehr taͤuſchen, oder dieſer junge Menſch war bei Dakianos in Dienſten: Gott erleuch⸗ ttete ihn, er verließ den Frevler, und fluͤchtete ſich mit fuͤnf Gefaͤhrten, einem Schaͤfer und einem Huͤndlein in eine Hoͤhle; die ſieben Maͤnner ſollen, nachdem ſie dreihundert und neun Jahre geſchlafen haben, wieder aus der Hoͤhle hervor gehen, ihr Erwachen ſoll das Volk im Gebete beſtaͤrken: und alles bewegt mich, zu glauben, daß dieſer junge Mann derjenige iſt, welchen Dakianos ſo leidenſchaftlich liebte.“


