Teil eines Werkes 
8. Bd. (1828)
Entstehung
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Schahadildin von Damask. 73

bei mir, verband mich, und pflegte mich mit allem Anſcheine der groͤßten Zaͤrtlichkeit. Aber es war ihm nicht moͤglich, mich dadurch zu taͤuſchen; das Schick⸗ ſal meiner armen Urgroßmutter hatte mich das Un⸗ geheuer zu gut kennen gelehrt.

Ich habe aus den verſchiedenen Erzaͤhlungen, wel⸗ che ich hier gehoͤrt, wohl abnehmen koͤnnen, daß ich allerdings eine ſehr vernachlaͤßigte Erziehung erhalten hatte; und in dieſem Stuͤcke habe ich ihm eine Art von Verpflichtung: ein angeborner Starrſinn, der nie bekämpft worden, ließ mich niemals von einer vorge⸗ faßten Meinung zuruͤckkommen; ebenſo war ich ein Sklave meines Eigenwillens.

Ihr koͤnnt euch nunmehr leicht vorſtellen, wie ich, nachdem mein vorgeblicher Vater mich wieder ins Le⸗ ben gerufen, und durch mancherlei ſcheinbar liebreiche, in der That aber allzumal ſchmerzliche Behandlungen gepruͤft hatte, all ſeiner anderweitigen Sorgfalt fuͤr mich entſprach. Ueberall ward es ihm unmoͤglich mich zu gewinnen: er liebkoſte mir, und ich ſchmollte; er zuͤchtigte mich, und ich war unempfindlich, weil ich zu viel gelitten hatte.

Er wollte mich zur Arbeit anhalten, ich wollte nichts thun:Was habe ich noͤthig, ſprach ich, rechnen zu lernen? Ich bin ein Koͤnigsſohn, An⸗ dere werden ſchon fuͤr mich rechnen.