Teil eines Werkes 
8. Bd. (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

72 468. T a g.

aber man ließ mir das Bewußtſein, damit ich meine arme Urgroßmutter ganz blutig an einem Baume auf⸗ gehaͤngt ſaͤhe, den Raben zum Fraße. Bald darauf ſank ich in Ohnmacht.

Ich glaube, meine theuern Ungluͤcksgefaͤhrten,

daß ich durch eine umſtaͤndliche Erzaͤhlung aller der

Leiden, welche dieſes Ungeheuer mich erdulden ließ, nur die eurigen vermehren wuͤrde. Nachdem er mich hieher gebracht hatte, ließ er mich drei ganzer Wochen zwiſchen Leben und Tod ſchweben, wobei ich unſaͤgli⸗ che Schmerzen litt von allen den Quetſchungen, wel⸗ che er ſelber mir an vielen Theilen meines Leibes ver⸗ urſacht hatte. Ich lag dem Anſcheine nach ohne Em⸗ pfindung da, ich konnte weder ſprechen, noch die min⸗ deſte verſtaͤndliche Gebaͤrde machen. Er benutzte dieſe Zeit, um mich zu uͤberreden, daß er mein wahrer Vater waͤre, und mich nur den fuͤr mich ſo gefaͤhrli⸗ chen Leuten entriſſen haͤtte, die mir eine ſo ſchlechte Erziehung gegeben und mir ſo falſche Grundſaͤtze ein⸗ gepraͤgt; mit Einem Worte, daß es nothwendig geweſen, mich ſo zu zermalmen, um mich ganz von neuem zu formen.

Er ſagte alles dieß auf abgeriſſene Weiſe, als

wenn er mit ſich ſelber ſpraͤche; er miſchte darein ſchmerzliches Bedauern des klaͤglichen Zuſtandes, worin

er mich ſaͤhe. Uebrigens wachte er Tag und Nacht