Schahadildin von Damask. 71
nen Meuchelmoͤrder gegen deinen angeblichen Sohn und gegen mich.“
Mit dieſen Worten ſchloß ſie mich feſt in ihre Arme. Der Schreck hatte mich unfaͤhig gemacht, ir⸗ gend ein Glied zu ruͤhren. Ploͤtzlich flammten die Blicke des Armeniers, ſein Bart dampfte, und er gab meiner Urgroßmutter eine Maulſchelle, welche uns beide zu Boden ſtuͤrzte, ohne daß wir uns von ein⸗ ander getrennt haͤtten. 4
Bald nach unſerm Falle oͤffne ich die Augen: meine Urgroßmutter iſt in einen Weidenkorb verwan⸗ delt, lang genug, daß ich ausgeſtreckt darin liege; ihre Arme und Beine bilden Feſſeln, welche mich dar⸗ in feſthalten; und ihr Roſenkranz, in zwei Haͤlften getheilt, macht die beiden Handhaben.“
Vierhundert und acht und ſechzigſter Tag.
Unſer Henkersknecht gab dem Korb elnen Fußtritt mit ſolcher Gewalt, daß er wohl einen Berg fortge⸗ ſchleudert haͤtte. Wir durchſauſten die Luft, und ka⸗ men nicht eher daraus herab, als bis wir in den verhaͤngnisvollen Brunnen geſtuͤrzt wurden. Ich erlitt bei dem Falle einen ſo fürchterlichen Stoß, daß alle
Gliedmaßen meines Leibes davon zerſchmettert waren:


