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Schahadilbdin von Damask. 69
len; und das iſt die einzige Bildung, welche ſie mei⸗ nem Geiſte zu geben vermochte. Uebrigens war ſie nur liebreich gegen mich und gegen meine Mutter; wir konnten durchaus nicht Unrecht bei ihr haben: aber mit ihren eigenen Sklaven ging ſie unbarmherzig um: da ich ſie nun von dem Volke eine Heilige nennen hoͤrte, ſo gab mir dieß einen gar ſeltſamen Begriff von der Heiligkeit.
Die Jahre kamen und fuͤhrten endlich die Zeit herbei, wo meine Augen zum Theil uͤber mein Schick⸗ ſal geoͤffnet, und mein Vater und meine Mutter, ohne zu wiſſen durch wen, noch wie, dafuͤr geſtraft werden ſollten, daß ſie mich ſo thoͤricht hingegeben hatten, vorausgeſetzt, daß dieſe Handlung von ihrer Seite voͤl⸗ lig frei geweſen waͤre.
Ich war beinahe funfzehn Jahre alt; weil ich an dem Hofe meines Großvaters als einer von jenen Prinzen betrachtet wurde, die ſich dem Derwiſchſtande weihen, ſo haͤngte ſich niemand an mich, ſondern man uͤberließ mich ganz der Geſellſchaft meiner Ur⸗ großmutter.
Eines Tages, als ich mit ihr aus einer Grab⸗ ſtaätte kam, welche wir beide allein betreten hatten, erſchien uns etwas, das noch fuͤrchterlicher war, als ein Geſpenſt: es war der Armeniſche Kaufmann, wel⸗ chen ich nur aus der Schilderung meiner Urgroßmut⸗


