Teil eines Werkes 
8. Bd. (1828)
Entstehung
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Schahadildin von Damask. 67

der Welt. Sie machte jeden Tag einen Gang nach dem Chan, um die Ruͤckkehr ihres Pilgers zu erſpaͤhen.

Meine Mutter ward ſchwanger und hatte eine ſehr gluͤckliche Niederkunft, deren Frucht ich war, aber ohne Zweifel unter dem Einfluß eines boͤsartigen Ge⸗ ſtirns, weil ich ſchon bei meiner Geburt unſerm arg⸗ liſtigen Feinde uͤberliefert wurde. Meine Urgroßmut⸗

ter wankte und murmelte ſtaͤts um meine Wiege her;

ſie war unverruͤckter dabei, als meine Amme.

Sie leitete mich, ſobald ich die erſten Schritte machen konnte; ſobald ich die Augen aufſchlug, ſuchte ſie dieſelben durch angenehme Gegenſtaͤnde zu zer⸗ ſtreuen, und mein Ohr durch Maͤhrchen zu vergnuͤgen. Kurz, ſie bemaͤchtigte ſich meiner dergeſtalt, daß es unmoͤglich war, uns zu trennen.

Die Familie meines Vaters und meiner Mutter vermehrte ſich alljaͤhrlich; ſie wachten ſorgfaͤltig uͤber die Erziehung meiner Bruͤder und meiner Schweſtern; ich aber blieb ganz der Pflege meiner Urgroßmutter uͤberlaßen. Dieſe ſelber lehrte mich leſen und ſchrei⸗ ben; denn da ſie gewohnt war, auf einzelnen Blaͤt⸗ tern Spruͤche des Korans zu ſchreiben, ſo war ſie da⸗ hin gelangt, die Schriftzuͤge mit großer Sauberkeit zu bilden.

Um dieſe Zeit nun hielt ſie ſich fuͤr Witwe:

Wehe! mein armer Pilger! ſprach ſie;er war ſchon bejahrt, er wird ſich zu ſehr angeſtrengt haben!