Schahadildin von Damask. 65
ten ihm eines Tages noch nuͤtzlich werden.“ Als ich vernahm, daß die Feinde meines Herrn ihn bei Euer Majeſtaͤt anſchwaͤrzten, beruhigte ich mich anfangs, und vertraute auf eure Gerechtigkeit und ſeine Unſchuld: aber bald verriethen mir der Uebermuth und die Zuver⸗ ſichtlichkeit ſeiner Feinde, daß ſie ihres Sieges uͤber ihn gewiß waͤren.
Da begab ich mich hieher; ich ſpielte eine Rolle, welche mich in den Stand ſetzen konnte, uͤberall hin⸗ zugelangen, um euch zu unterrichten. Sie hat mir das Gluͤck verſchafft, Euer Majeſtaͤt nuͤtzlich zu ſein; und wenn ich von euch erlange, daß mein guͤtiger Herr Sineb⸗il⸗Murath in eure Gunſt hergeſtellt wird, ſo werde ich mich uͤber mein Verdienſt und uͤber meine Hoffnungen belohnt achten.“
„Békamar,“ ſprach der Chalyf,„dein Herr iſt gluͤcklich, einen ſo geſcheuten und ſo ergebenen Unter⸗ thanen zu haben, wie du biſt. Wenn deine Anhaͤng⸗ lichkeit dich nicht an ſeiner Seite feſthielte, ſo wuͤrde ich dir an meinem Hofe alle die Vortheile anbieten, welche du dort vermiſſen moͤchteſt. Fuͤrchte nicht, daß ich auf die von Damask mir zugeſandten Anklagen meine Entſcheidung uͤbereilen werde; denn ich will nicht eher den Ausſpruch thun, als bis ich die Sache gruͤndlich unterſucht habe, dergeſtalt, daß ich meinen Divan von der Verderbnis ſaͤubern kann, welche dar⸗ in eingeſchlichen iſt; und der Koͤnig von Damask ſoll


