Teil eines Werkes 
8. Bd. (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Schahadildin von Damask. 59

Wir ſind weit entfernt, ſagte der Wundarzt, einem Verbrecher das Leben retten zu wollen. Aber das iſt noch nicht alles, erhabener Fuͤrſt: wenn die Prinzeſſinn in einem Augenblicke von der Graͤte befreit, zu gleicher Zeit ihre Friſche, ihre Froͤhlichkeit, ihre Eß⸗ luſt wieder erhielte, waͤre es da nicht ſtatthaft, daß der Mann, deſſen Erhaltung das Ziel meines Beſtrebens iſt, wieder in eure Gunſt gelangte, wenn Raͤnke ihn daraus entfernt haͤtten, und ich den Beweis hievon fuͤhren koͤnnte?

Ich weiß nicht, antwortete der Chalyf,fuͤr wen du dich bei mir verwenden magſt: aber heile mei⸗ ne Tochter, und ich verſpreche dir alles.

Ihr koͤnnt euch mit mir wohl denken, meine Prinzen, unterbrach ſich hier der Prinz von Damask, daß es dem Tauſendkuͤnſtler leicht war, die Fiſchgraͤte da wieder herauszuziehen, wo er ſelber ſie hatte hin⸗ ein fahren laßen; denn dieſen Wundermann, der un⸗ ter Geſtalt eines Fiſchers den Karmut in den Palaſt geſchafft hatte, darf man wohl in Verdacht haben, daß er durch ſeine Kuͤnſte den Zufall hervor gerufen, welcher ihn in den Stand ſetzte, ſich zu gleicher Zeit ſo geſchickt und dienſtfertig zu zeigen..

Im Augenblicke hatte er die Graͤte in der Hand; es war, als wenn dieſer fremde Koͤrper ihm von ſel⸗ ber entgegen gekommen waͤre, ſo wenig Unbequemlich⸗ keit empfand die Prinzeſſinn bei dem Herausziehen deſſelben.