Teil eines Werkes 
8. Bd. (1828)
Entstehung
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Schahadildin von Damask. 57

Mit ſeiner Hand, Gebieterinn; ſie iſt ſo klein und niedlich, daß ſie ſich in einem Ei umdrehen koͤnnte; er hat ſo feine Finger, daß ſie ſich wie ein Stuͤckchen Seide in ein Nadeloͤhr einfaͤdeln ließen, und ſeine Haut iſt ſo weich, daß ſie alles zu liebkoſen ſcheint, was ſie beruͤhrt: dieſer Menſch muß gar keine Kno⸗ chen haben.

Aber wo iſt er? fragte die Sultaninn.

Es ſind vier Stunden, antwortete Thalidé, ſeitdem er von hier weg gegangen iſt; es iſt ihm ſel⸗ ber noch ſehr daran gelegen, wieder her zu kommen: aber da man ihm den Eintritt in den Palaſt verweh⸗ ren koͤnnte, ſo will ich ihm entgegen gehen, um alle Hinderniſſe zu heben.

Mit dieſen Worten ging Thalidé nicht, ſondern flog hinaus, und trat bald darnach wieder herein, mit dem Kuͤnſtler an der Hand, der ſeine Geſchicklichkeit bewaͤhren ſollte.

Es war wohl noch die leichte und ſchwanke Ge⸗ ſtalt von heute Morgen; aber ihre Haltung war ern⸗ ſter geworden, und ihre Geſichtsbildung, weit ent⸗ fernt, einen Ausdruck von Poſſierlichkeit zu haben, verkuͤndigte einen verſtaͤndigen Kopf.

Iſt dieſer da, ſagte der Chalyf zu Thalidé, der Mann, von dem du geſprochen haſt?

Ja, antwortete Thalidé;er wird ſie retten, ich hafte mit meinem Kopfe dafuͤr.