Teil eines Werkes 
8. Bd. (1828)
Entstehung
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56 465. Tag. Vierhundert und fuͤnf und ſechzigſter Tag.

Der verſchnittene Wundarzt, zu Dienſten der Prinzeſſinn, verſuchte nun ſeine Geſchicklichkeit, und dann ſeine Werkzeuge: aber er verurſachte nur neue Schmerzen, und nicht die geringſte Linderung.

Endlich kam der Chalyf ſelber, im Gefolge aller Hofaͤrzte: aber vergeblich wurden die Huͤlfsmittel der Kunſt erſchoͤpft; der Chalyf ſah ſich in Gefahr, ſeine Tochter zu verlieren, und war untroͤſtlich. Seine Ge⸗ mahlinn, die Mutter der Sad⸗il⸗Draide, vermehrte durch ihren unmaͤßigen Jammer noch die allgemeine Betruͤbnis uͤber den verzweifelten Zuſtand der jun⸗ gen und ſchoͤnen Prinzeſſinn.

Ach Gebieterinn, ſprach Thalidé zur Gemah⸗ linn des Chalyfen,wenn nur der Zahnarzt hier waͤre, der dieſen Morgen her kam, und verſprochen hat, nach Mittag wieder zu kommen, er wuͤrde alsbald unſrer theuren Prinzeſſinn geholfen und alle unſere Beſorg⸗ niſſe zerſtreuet haben.

Wie iſt das wahrſcheinlich, was du ſagſt, Tha⸗ lidé? erwiederte die troſtloſe Mutter:verſteht jener Menſch denn mehr, als alle Aerzte des Palaſts, ja von ganz Bagdad, welche man hieher berufen hat? mit welchem Werkzeuge vermoͤchte er die Graͤte zu faſ⸗ ſen, wo ſie ſteckt? 1